Erster Akt
Szene: Morgenzimmer in Algernons Wohnung. Das Zimmer ist luxuriös und künstlerisch eingerichtet. Man hört aus dem Nachbarzimmer den Ton eines Pianos. ( Lane deckt für den Nachmittagstee. Nachdem die Musik aufgehört hat, tritt Algernon ein.) Algernon: Haben Sie gehört, was ich spielte, Lane? Lane: Ich dachte, es schickt sich nicht, zu horchen. Algernon: Das tut mir leid, um Ihretwillen. Ich spiele nicht ganz richtig – jeder kann richtig spielen –, aber ich spiele mit wundervollem Ausdruck. Soweit das Klavier in Betracht kommt, ist das Gefühl meine starke Seite. Die Wissenschaft spare ich mir fürs Leben auf. Lane: Ja, gnädiger Herr. Algernon: Und da ich gerade von der Wissenschaft des Lebens rede: haben Sie die Gurkenbrötchen für Lady Bracknell schneiden lassen? Lane: Ja, gnädiger Herr. ( Reicht sie auf einem Teebrett.) Algernon ( prüft sie, nimmt zwei und setzt sich aufs Sofa): Oh! ... Nebenbei, Lane, ich sehe aus Ihrem Buch, daß Donnerstag abend, als Lord Shoreman und Mr. Worthing bei mir aßen, acht Flaschen Champagner als verbraucht eingetragen sind. Lane: Ja, gnädiger Herr; acht Flaschen und eine halbe. Algernon: Woher kommt es, daß im Haushalt eines Junggesellen die Diener beständig den Champagner trinken? Ich frage nur aus Neugier. Lane: Ich glaube, es liegt an der besseren Marke, gnädiger Herr. Ich habe oft bemerkt, daß in Ehehaushaltungen der Champagner selten von erster