Erster Akt
Komödie Für Albert Bassermann, den genialen Schauspieler Bürgerliches Wohnzimmer bei Hicketier. Thekla, (ganz blond, tritt von links ein) Bist du allein, Jenny? Um Mitternacht höre ich vom Zaun her, sehe einen Schatten, eine Mannsgestalt gebückt. Jenny Thekla! Thekla Gebückt eine Ewigkeit lang, die ich hinstarre. Der Kerl hat mich bemerkt, rührt sich nicht. Schließlich, ihm aus seiner Lage zu helfen, trete ich zurück. Fort ist er. Wer war's? Jenny Wer grade für dich schwärmt. Thekla Warum in schwarzer Nacht wie ein Dieb her und weg? Jenny Du hast dich getäuscht. Dir steckt Adolfs Tod noch in den Gliedern. Thekla Sprich von Naumann nicht mehr in solchem Sinn. Er war mein Verlobter, ein schreckliches Wesen. Ich krümmte mich unter seiner Geradheit. Jenny Jetzt ruht er in Frieden. Die Männer werden gleich vom Begräbnis zurück sein. Ob es geklungen hat: »Wie sie so sanft ruhen« – ohne des Begrabenen Tenor? Thekla Dieser Morgen! Da es feststand, er ist Staub. Die Freude darüber besiegte das Grauen vor dem nächtlichen Spuk. Jenny Du dachtest einst besser von Naumann. Thekla Ein Juniabend entschied. Wir beiden allein. Ich angefüllt von Glück, ihm als dem Weltall hingegeben. Das Wort mußte er sprechen, Zeichen geben, ich hätte ihn 8 überschüttet. Blödsinn schwieg er. Seine Augen eines Kalbes auf Stielen. Jenny Kind! Thekla Da war's vorbei. Ich wieder frei. Jenny Verwische Tilmann das