Eine Stille Abmachung
Nachdem Brunhilde abgeflogen war — etwas vorsichtiger und erst nachdem sie zweimal über das Dorf gekreist war, um sicherzugehen, dass ihr Schwanz funktionierte — ging Ritter Marrek zum Mittagessen nach Hause.
Der Bürgermeister hielt ihn am Tor an.
„Hast du den Drachen besiegt?"
„Es gab keinen Drachen zu besiegen. Es gab einen Drachen zu helfen."
Der Bürgermeister sah verwirrt aus.
„Ritter Marrek", sagte er, „du sollst Drachen besiegen."
„Ich soll das Dorf sicher halten", sagte Ritter Marrek. „Heute war das Dorf sicher. Die Drachendame war diejenige, die in Schwierigkeiten war."
Der Bürgermeister runzelte die Stirn. Er wollte gerade widersprechen. Dann dachte er nach. Dann seufzte er nur und sagte: „Schon gut. Sag dem König nichts."
Ritter Marrek nickte ernst.
An jenem Abend klopfte jemand am Tor von Ritter Marreks kleiner Burg. Er öffnete die Tür.
Es war Brunhilde. Sie hatte einen kleinen Korb in einer Klaue.
„Aus meinem Hort", sagte sie sehr würdevoll. „Ein Dankeschön."
Im Korb waren eine kleine Goldmünze, sehr alt, und drei Äpfel. Äpfel gehörten anscheinend zum Hort eines Drachen. Ritter Marrek fragte nicht.
„Danke", sagte er. „Möchtest du zum Tee bleiben?"
„Ja", sagte Brunhilde. „Ich werde draußen sitzen, denn ich passe nicht durch die Tür. Aber ich würde gerne Tee."
Ritter Marrek machte Tee. Brunhilde saß im Innenhof. Sie tranken Tee mit den Äpfeln (Brunhilde