Ein Drache Im Zaun
Brunhilde war eine Drachendame. Eine mittelgroße grüne Drachendame mit Bronzekrallen. Sie war über das Dorf Halden geflogen, als sie ein Schaf bemerkt hatte. Schafe waren ihr Lieblingsessen. Sie war im Sturzflug heruntergegangen, hatte verfehlt, war schlecht gelandet und hatte sich den Schwanz zwischen zwei Pfosten des Dorfzauns eingeklemmt.
Sie war jetzt seit zwei Stunden dort.
Sie hatte versucht zu ziehen. Der Zaun zog zurück.
Sie hatte versucht zu brüllen. Die Kühe waren herübergekommen, um zu schauen, hatten aber nicht geholfen.
Sie hatte schließlich versucht, einfach zu sitzen und zu warten, in der Hoffnung, dass sich ihr Schwanz von selbst lösen würde.
Ihr Schwanz löste sich nicht.
Gegen Mittag läutete die Dorfglocke. Das Dorf hatte ein System: Wenn ein Drache eintraf, läutete die Glocke, und der örtliche Ritter kam heraus, um den Drachen zu besiegen.
Ritter Marrek kam in zügigem Trab herangeritten, das Schwert gezogen.
Er hielt an.
Er sah Brunhilde an. Er sah den Zaun an. Er sah Brunhildes Schwanz im Zaun an.
Er steckte sein Schwert weg.
„Alles in Ordnung?", fragte er.
„Nein", sagte Brunhilde, die von Natur aus ehrlich war. „Ich stecke fest."
„Wie lange?"
„Zwei Stunden."
Ritter Marrek stieg ab. Er ging hinüber und kniete neben dem Zaun nieder. Er prüfte die Lage so, wie es jemand tut, der oft mit festsitzenden Dingen zu tun hat.
„Also", sagte er. „Lass