Die Gesellschaftstragödien
»Ist das nicht furchtbar, Henry? Wann wird das ein Ende nehmen?« »Was ist furchtbar? Und was soll ein Ende nehmen?« »Wie? Hast du die heutige Abendzeitung nicht gelesen?« »Nein.« »Hier ist sie; lies das!« Mit diesen Worten überreichte Mrs. Hartsilver ihrem Gatten den Evening Herald und wies mit dem Finger auf einen Abschnitt der Lokalnachrichten hin, der die Aufschrift »Wieder eine Gesellschaftstragödie« trug. Er enthielt die Mitteilung, daß ein bekannter Aristokrat unter höchst geheimnisvollen Umständen erschossen in seinem Bett aufgefunden worden war. Die Reihe der Trauerfälle, die im Verlauf der letzten acht Monate in der sogenannten »Gesellschaft« stattgefunden hatten, war in der Tat sehr auffallend. Zuerst hatte ein reicher Lord und Grundbesitzer in Warwickshire, der zugleich eines der schönsten Häuser in London besaß, sich in den Cowriesee gestürzt, ohne irgendeinen Grund anzugeben oder seiner Frau, mit der er seit acht Jahren in den besten Beziehungen lebte, ein Abschiedswort zu hinterlassen. Dann war Viscount Molesley, ein reicher Junggeselle von zweiunddreißig Jahren, der als Besitzer von Vollblutpferden in Sportkreisen wohlbekannt war, eines Morgens in seinem Schlafzimmer erschossen aufgefunden worden. Ein Revolver lag auf dem Fußboden und im Kamin waren Aschenreste verbrannter Papiere zu sehen: er hatte offenbar nach Empfang seiner Morgenpost seinem Leben ein Ende