Chapter

Erster Aufzug.

Erster Auftritt. Agrippina. Albina. Albina. Wie, während Nero sich dem Schlaf ergiebt, Mußt du hier harren, bis er aufgewacht? Muß Cäsars Mutter ohne ihr Gefolge Umirrend im Palast an seiner Thür Die Wache halten? Kehr', Gebieterin, In dein Gemach zurück. Agrippina. Ich darf, Albina, Mich keinen Augenblick von hier entfernen. Dieweil er schlummert, wird die Qual, die er Mir macht, genugsam mir die Zeit vertreiben. Was ich vorhergesagt, trifft ein. Es hat Sich Nero gegen den Britannicus Erklärt und macht voll Ungeduld vom Zwang Sich frei; der Liebe überdrüssig will Er nur sich noch gefürchtet sehn. Ihm steht Britannicus im Wege. Ich, Albina, Seh' ein, daß ich ihm täglich läst'ger werde. Albina. Wie? du, der er das Leben dankt, o Herrin, Die fernher ihn zum Thron berief? du, die Den Sohn des Claudius enterbte und Den glücklichen Domitius zum Cäsar Ernannte? Alles spricht für Agrippina, Er ist dir seine Liebe schuldig. Agrippina. Ja, Sofern er edel, sagt's ihm Alles, aber, Wenn undankbar, spricht Alles gegen mich. Albina. Wie, undankbar, o Herrin? Sein Verhalten Zeigt dir, wie sehr er seine Pflicht erkennt. Drei volle Jahre lang, was that, was sagt' er, Das Rom den besten Kaiser nicht verhieß? Seit er's beherrscht, glaubt Rom, es sei aufs Neue Zu seiner Konsuln Zeit zurückgekehrt; Er waltet wie ein Vater, ja, als Jüngling Kommt er dem Greis August an Tugend gleich. Agrippina. Die

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