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Briefe einer einsamen Königin

Lange habe ich mich besonnen, ob ich die Briefe Carmen Sylvas, die mir durch das liebe, freundliche Entgegenkommen doppelt heilig und wertvoll sind, veröffentlichen dürfe und solle. Die Ereignisse in Rumänien – der Wunsch zu zeigen, daß Königin Elisabeth mitten unter dem fremden Volk im Herzen doch treudeutsch geblieben, überwog schließlich alle kleinlichen Bedenken. Soviel es die Allgemeinheit interessiert, habe ich Auszüge aus den lieben Briefen gemacht, und schicke sie nun in die weite Welt hinaus mit den Worten: »Seht, so war sie von Haus aus – so ist sie geblieben ihr ganzes arbeitsreiches, gesegnetes, vorbildliches Leben lang.« Weinheim, November 1916. Lina Sommer Mit diesem Telegramm wurde mir am 2. März 1916 der Tod der Königin Elisabeth von Rumänien durch ihre Freundin mitgeteilt, und wirklich, ich wüßte mir für ihr Ableben keinen schöneren, bezeichnenderen Ausdruck. Wenn auch ihr Andenken, wie die letzten Ereignisse zeigten, vielleicht nicht so sehr bei den Rumänen, die ihr und ihrem Gemahl, dem weisen König Carol, so unendlich viel zu verdanken haben, fortleben wird, so wird die deutsche Prinzessin, die Tochter vom Rhein, bei uns nie vergessen sein, »so weit«, wie Vater Arndt sagt, »die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt«. Ein wesentlicher Zug des Charakters der Fürstin war ihre liebe, impulsive Art – das herzliche Entgegenkommen von Menschenkind

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