Chapter

Der Verfasser.

Werther Leser! Indem ich wieder zur Feder greife, möchte ich gern einige wenige Bemerkungen voraus schicken, um recht verstanden zu werden. Die Bände, welche ich bereits herausgegeben, haben eine Aufnahme gefunden, die meine kühnsten Erwartungen überstiegen hat. Ich möchte diese gern ihrem inneren Werthe beimessen; allein, der Autor-Eitelkeit ungeachtet, kann ich nicht umhin es zu fühlen, daß ihr Erfolg größtentheils einer weniger schmeichelhaften Ursache zuzuschreiben war. Man hat sich darüber gewundert, daß ein Mann aus den amerikanischen Wildnissen sich in leidlichem Englisch sollte ausdrücken können. Ich wurde wie etwas Neues, Sonderbares in der Literatur angesehen; man erblickte in mir eine Art Halbwilden, mit einer Feder in der Hand, statt auf dem Kopfe, und war nicht wenig neugierig, zu hören, was so ein Wesen über die gesittete Gesellschaft zu sagen haben würde. Diese Neuheit ist nun zu Ende, und folglich auch die Nachsicht, welche sie hervorbrachte. Ich muß jetzt erwarten, die Musterung einer strengeren Kritik zu erhalten und mit demselben Maße gemessen zu werden, wie es gleichzeitigen Schriftstellern geschieht; und eben die Gunst, welche meinen früheren Schriften widerfahren ist, wird Ursache sein, daß diese mit um so größerer Strenge behandelt werden, da es nichts gibt, dessenwegen die Welt einen Mann strenger bestraft, als weil er zu sehr gepriesen worden ist. In

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