Erster Teil
Der heiligste Kaiser versinkt in ein Meer von Sorgen«, hauchte die vierzehnjährige Caesarissa Anna, während sie mit zusammengeschwungenen Brauen die Arbeitsräume ihres Vaters, des großen Alexios Komnenos im heiligen Palast zu Konstantinopel verließ. Lautlos schlossen hinter ihr sich elfenbeinerne Schiebetüren. Gleich lautlos ordneten sich, da sie im Weiterschreiten niemanden besonders angesprochen hatte, wartende Damen vom Dienst: Gralsritterliche Schleierwesen in Goldkasaken und milchweißen Capes, zu einem gleißenden Dreieck, dessen Spitze die Prinzessin bildete. Silentiarii grüßten mit erhobenem Liktorenbündel, »engelgleiche« Eunuchen bogen zwischen Saal und Saal Seidentapisserien auseinander vor der kleinen, unsäglich gespannten Gestalt, deren Brokatmantel leise über die Mosaiken hinzischte. Garden standen wie aus Metall. Zwischen Erzhallen, Konzertsälen, Audienzräumen, Museen erstreckten sich schier endlos grüne, feuerfarbene, blaugeäderte Marmorvestibüle. Einmal bog aus dunkeln Tiefen der Erlöserkirche zur Rechten ein Zug Senatoren in goldkarierten Überwürfen. Aus ihren Händen fiel Honigschein von Kerzen, jedesmal entzündet vor der Reliquie des echten Kreuzsplitters, auf daß der Geist von oben ihnen zur Beratung leuchte. Vier von den sieben Palastgruppen hatte das gleißende Damendreieck jetzt durchzogen, da brach ein achteckiger Kuppelkoloß, in die Farben des