Chapter

Bob Zellina

Der Commerzienrath Zellina ließ sich heute schon zum zweiten Male von seinem Sohne in das Speisezimmer führen. Im Grunde wohl, um seinen Appetit durch den Anblick der bereits auf dem Credenztische servirten kalten Schüsseln ein wenig zu reizen, vorgeblich allerdings behufs letzter Inspection der Tafel. Obgleich auf dieser blos fünf Gedecke lagen, zierte ein mächtiges silbernes Schiff die Mitte derselben, und aus zwei neben diesem Prunkstücke stehenden Blumenständern zog ein süßer Duft von Heliotrop durch den Raum. Das Zimmer hatte etwas Anheimelndes, so recht zu langen Sitzungen Einladendes. Und doch machte außer der Tafel und ihren hochlehnigen Stühlen nur das riesige Büffet, eine Truhe und der Ofen, dessen Kacheln braun in braun Geschichten des alten Testaments in launigen Darstellungen zeigten, sein Ameublement aus; freilich hatten die Wände hohes eichenes Getäfel; ein paar nachgedunkelte Blumen- und Fruchtstücke hingen darüber, und die mattblaue Farbe der sammtenen Portièren, der Vorhänge und Polsterbezüge der Stühle, stand in wohlthuender Harmonie dazu. Augenblicklich waren überdies die Vorhänge trotz des kaum begonnenen Nachmittags niedergelassen, und die beiden Astrallampen der Meermaid an der Decke wie die Kerzen auf den Armleuchtern des Büffets bereits angezündet. Es ging gleichsam ein Strom zitternden Lichtes von dem Silberschiffe und dem Krystall der Tafel aus, der

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