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Blut um Blut

Wo die Isar aus dem tiefen Thaleinschnitt, den sie sich auf ihrer Gebirgswanderung gegraben, bei München in die Ebene tritt, kann sie als die Grenze gelten, die das Hochland von dem übrigen Theile Oberbaierns scheidet, in welchem sich, anschließend an die Münchner Hochebene, zuerst tagelange Moosstrecken von Fürstenfeldbruck über Dachau und Schleißheim bis hinunter gegen Freising ausdehnen. Es wird wohl noch Jahrzehnte dauern, bis es der vordringenden Cultur gelingen wird, den Torfgehalt des ehemaligen Seegrundes zu erschöpfen und diesen selbst trocken zu legen – jetzt bietet die weite wellige Ebene, nur von trägen Moosbächen durchschnitten, kaum hie und da von graugrünem Weidengebüsch unterbrochen und noch seltener von einer menschlichen Ansiedelung belebt, einen traurigen, wenn auch nicht unschönen Anblick, dessen braunrothe Farbentöne und duftige Linien, vielleicht an jene der römischen Campagna erinnernd, schon manchen Maler begeistert und unter dem Pinsel eines Zwengauer und Morgenstern ihre künstlerische Verherrlichung gefunden haben. Als Grenze blickt von links her in blauer Ferne der Schluß der Bergkette des bairischen Hochlandes mit dem Herzogenstand, dem Heimgarten und der scharf abfallenden Zugspitze, die in’s Land hinaus ragt, wie der leergelassene Thronsessel eines Riesen, den die niedrigern Algäuer Berge wie dienende Vasallen umdrängen; zur rechten Seite zieht

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