Chapter

Erstes Capitel

Das marmorne Standbild des Malers Hubert van Eyck hob sich von dem warmen blauen Himmel ab und sein Schatten zog eine dunkle Linie auf dem sonnenbeschienenen Pflaster. Der Juliabend neigte sich seinem Ende zu. Die sinkende Sonne verwandelte die Canäle von Villebrumeuse und alle westlich gelegenen Fenster in Spiegelflächen von Gold. Diese Fenster, die auf die stillen Straßen und einsamen Plätze der schläfrigen belgischen Stadt herabschauen sind nicht von gewöhnlicher Art. Keine Arbeit moderner Baumeister ist unter dieser großartigen alten Architektur sichtbar, keine geschnörkelte Villa des neunzehnten Jahrhunderts erhebt ihr flitterhaftes Haupt zwischen diesem mittelalterlichen Glanze, kein gothischer Bastardstyl aus bunt zusammengefügten Backsteinen beleidigt das Auge. In Villebrumeuse zu leben, heißt im sechzehnten Jahrhunderte leben. Die ruhige Stille einer großen Vergangenheit weht in diesen schattigen Straßen. Grüne Bäume spiegeln sich in den stillen Gewässern des langsam dahinfließenden Canals, welcher die Stadt durchzieht, und an der Seite desselben befinden sich angenehme von alten Linden beschattete und mit hölzernen Bänken belegte Spazierwege, wo die friedfertigen Bürger sich des Abends ergehen und ausruhen können. Trost seiner friedlichen Ruhe ist diesen Villebrumeuse keineswegs ein trauriger Aufenthaltsort. Wenn es auch nicht mehr zu den geschäftigen Plätzen dieser

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