Einleitung
Im Jahre 1772 kaufte Charles Townley, der bekannte enthusiastische Sammler von Alterthümern, von dem Fürsten Laurenzano in Neapel die unter dem Namen der ‚Clytia‘ bekannte Marmorbüste. Sie kam dann mit Townley’s übrigem Besitz an alten Kunstwerken in das brittische Musenm und bildet seitdem eine Zierde der Abtheilung der griechisch-römischen Kunstwerke desselben[1]. In der Sammlung Laurenzano soll – so ist nach Townley’s und Taylor Combe’s Angaben überliefert – die Büste schon seit langer Zeit gewesen sein; über den Ort, wo sie gefunden worden, ist nichts bekannt. Ich finde keine Angaben über Kunstwerke des Palastes Laurenzano und ihre Herkunft[2]; der Versuch, über den Fundort etwas zu ermitteln, wird daher aufzugeben sein. Mag die Büste nun aus der Umgegend von Neapel stammen, was wahrscheinlich ist, oder aus irgend einer anderen Fundstätte Italiens – an ausseritalische Herkunft wird man schwerlich denken dürfen –, sicher ist, dass sie in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, also in einer Zeit, welcher es an Kunsturtheil keineswegs gebrach, als ein unbezweifelt antikes Werk angesehen und als solches von einem der ersten der damaligen lebenden Kenner und Sammler gekauft worden ist. Townley hielt den Kopf in hohen Ehren; Ellis erzählt, dass er ihn bei einem Volksauflauf gegen die Papisten in London (Townley gehörte zur katholischen Gentry) im Jahre 1780 aus seinem Hause