Kriegsfuhrung auf den Marshall-Inseln
Fur die Gartenlaube mitgetheilt von Dr. O. Finsch (Bremen). Dem geist- und gemuthvollen Verfasser des weltberuhmten Peter Schlemihl, Adelbert von Chamisso, haben wir die ersten ausfuhrlicheren Nachrichten uber die Bewohner der Marshall-Inseln zu verdanken, die er bei Gelegenheit der denkwurdigen Weltfahrt der russischen Corvette Rurik (1815 bis 1818) auf kurze Zeit kennen lernte. Voll aufrichtiger Theilnahme fur die braunen Naturkinder und mit wahrer Liebe fur sie erfullt, entwarf er von seinen neuen Freunden so gunstige Schilderungen, dass diese seitdem fast zu den am bester beleumundeten Volkern der ganzen Sudsee gehoren. Hatte Chamisso so viele Monate wie Wochen unter den Eingeborenen weilen konnen, so ware sein Urtheil ohne Zweifel in vielen Stucken ganz anders ausgefallen; denn dann wurde der dem Dichter angeborne Idealismus doch in mancher Hinsicht einer auf genauere Kenntniss basirenden grundlicheren Anschauung gewichen sein. Ausserdem waren die kindliche Natur Chamisso's und seine ausgesprochene Philanthropie bemuht, wenn auch nicht gerade die Schattenseiten des von ihm Geschauten zu verbergen, so doch das Gute an denselben moglichst in den Vordergrund zu stellen. Freilich mogen vor mehr als sechszig Jahren die Verhaltnisse in den Marshalls ganz anders als heutigen Tags gewesen sein. Das grosse Schiff mit seinen damals auf diesen Inseln kaum bekannten Feuerwaffen