Der Weihnachtsabend auf Ramsjöholm
Es war am Tage vor Heiligabend, und der alte Baron auf Ramsjöholm war froh wie ein Kind, hauptsächlich weil sein eigenes, sein einziges Kind zu Weihnachten nach Hause gekommen war. »Weißt du gewiß, daß der Kachelofen im Zimmer des Jungen ordentlich Zug hat, Malvine?« »Ja, lieber Pontus, und warm ist es auch, dafür kann ich einstehen. Wir haben drei Tage geheizt und die Betten haben die ganze Zeit über auf Stühlen gelegen.« »War das Thürschloß nicht in Unordnung?« »Der Dorfschmied ist oben gewesen und hat danach gesehen, und Johann hat die alte Schreibtischschublade abgehobelt, so daß sie sich nun leicht einschieben läßt.« »Malvine, Du kannst dem Jungen wohl den Spiegel der seligen Tante Christine hinhängen, dann sieht es dort noch etwas gemütlicher aus.« »Ja, lieber Pontus; neue Gardinen sind da und der Schwefelholzhalter und der Aschenbecher.« So hatten die Alten schon eine Woche vorher alles besorgt ehe der »liebe Junge« kam. Der Junge war Doktor der Philosophie. Der alte Baron hielt diesen Beruf zwar für recht unpassend für einen Adligen. Die jungen Herrn der Familie Silberlanz waren meistens bei der Garde oder der königlichen Kanzlei eingetreten; als das Vermögen in späterer Zeit etwas abgenommen hatte, standen sie gewöhnlich bei einem Regiments in der Provinz. Gelehrte jedoch waren niemals unter ihnen gewesen. Aber, Herr Gott, wenn der Junge es durchaus so wollte ...