Erstes Bild. Die beiden Maler.
von Ch. Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt's, nicht vielen ist's bekannt. Das Leben im Hochgebirg, bei Jägern, Fischern, Hirten, Bergleuten und allen jenen Menschen, die in einer großartigen Natur nicht durch eine beengende Beschäftigung in ihren vier Wänden oder an ihrer Scholle festgehalten werden, hat einen eigenthümlichen, romantischen Reiz. Diesen aufzufassen und wiederzugeben muß das Ziel des Reisebeschreibers wie des Dichters sey, und diese Skizzen haben auch denselben Zweck vor Augen, obschon sie sich ihm auf ihrem eignen Wege zu nähern gedenken. Besonders im vorliegenden Auszug aus dem Reisetagebuch eines jungen Malers wird die Leserin keine Beschreibungen finden, sondern mehr ganz subjektive Sittenschilderungen, und ich hielt es nicht für nöthig, Erläuterungen und Beschreibungen hinzuzufügen, da die allenfallsigen Lücken in der Reihenfolge dieser Bilder sich nach und nach ausfüllen werden, denn der Schauplatz bleibt derselbe, nämlich das österreichische Kammergut, und die verschiedenen Abenteuer und Begebenheiten spielen immer in demselben Bezirk von wenigen Quadratmeilen. Wer die wundervolle Natur jenes Landes kennt, wird sich gewiß mit Freude in die Gebirge zurückgesetzt sehen, — wer sie nicht kennt, wird vielleicht das allgemeine Interesse an der, ich möchte sagen poetischen, Länderkunde angeregt finden, denn wir sind immer erfreut, sobald