Erster Teil
(Fortsetzung.) Einen Augenblick stand der junge Kapitän bei diesem so unerwarteten und seltsamen Anblick, und wollte seinen Augen nicht trauen – und dennoch, je mehr er dies blasse, ernste Gesicht ansah, desto mehr drängte sich ihm die Überzeugung auf, denn Zug für Zug war es dasselbe! Und wiederum – es war ja unmöglich! »Goddory, Kapitein Hansen – Jü steiht ja sau unbeweglich wie de Fockmast von Jur Brigg! Wat is Jück, Mann?« Der junge Mann fuhr empor und mit der Hand über die Stirn. »Nichts, Kapitän Dreyer! Kommen Sie Fräulein, Sie dürfen hier nicht zurückbleiben!« Sie hatte die Trümmer ihrer Harfe in ihr großes grobes Umschlagetuch gebunden. Ohne ein Wort zu sagen, ging sie zwischen den Männern her, deren feste und strenge Haltung die Schmähreden der Gegner und die rohen Späße der eigenen Partei in Schranken hielt. Selbst die beiden musikalischen Genossen der jungen Sängerin taten keinen Einspruch gegen deren Entfernung, da sie begriffen, welches Vergehens sie sich in den Augen der Polizei schuldig gemacht, die ihre Spione überall hatte, und nicht als ihre Mitschuldigen bei dieser großen »Mißliebigkeit« angesehen sein wollten. Als die vier Personen aus der Gasse auf den Platz traten, fanden sie, daß das Volksgewühl sich eher noch vermehrt als abgenommen. Große Haufen trunkenen Pöbels, Männer, Weiber und Kinder wogten, vom Strand her über die Brücken des Frederiksholmsund