Einleitung
Eine der infamsten politischen Handlungen der neuern Zeit, ein Bruch des Völkerrechts, wie ihn nur die krasseste Willkür des ersten Napoleon gezeigt, war begangen: der Einbruch der sardinischen Armee ohne jede Ursache, ohne Kriegserklärung in das päpstliche Gebiet, das heißt in den geringen Teil, der aus dem Kriege und den Revolutionen von 1859 dem Oberhaupt der katholischen Kirche noch geblieben war. Ganz Italien befand sich in wilder Aufregung. Die Revolution unterm Schutz des königlichen Purpurs und im Kleide des roten Hemdes war überall Sieger. Graf Cavour hatte mit Geschick und Erfolg die sardinischen Millionen ausgestreut und Nizza und Savoyen unter der Farce eines Plebiscit dem großen Spekulanten in Volkssouveränität und gloire verschachert! – Der geheime Besuch in Chambery am 16. September hatte die Komödie geordnet und das Reugeld für den Wechsel Orsini: »Frei bis zur Adria!« gezahlt. Der großen Liga der Revolution war durch plevin pouvoir auf Neapel und Warschau eine Tätigkeit angewiesen, die das Pariser Kaisertum in Ruhe sich kräftigen ließ und für die Armee fand man einstweilen, bis die große Frage der » Revendication« oder der »natürlichen Grenzen« des alten napoleonischen Reiches am Rhein verhandelt werden könnten, Beschäftigung in der wenig ehrenvollen Besiegung der Langzöpfe am Peyho und in der Expedition nach Syrien, um Fuad Pascha zu zwingen, zweihundert