Chapter

I

»Je bois à la santé de Sa Majesté l'empereur d'Allemagne et roi de Prusse et à la santé de l'impératrice et reine! ...« Der Schah sprach diesen kurzen Toast mit ziemlich leiser Stimme, so daß ihn nur die umsitzenden hohen Herrschaften verstehen konnten. An den entfernteren Tischen reckte man die Hälse. Ein paar Kammerherrn flüsterten sich mit ernst bleibenden Gesichtern boshafte Bemerkungen zu, und ein junges Mädchen, das erst bei der letzten Cour am Hofe eingeführt worden, kicherte verstohlen in ihre Serviette hinein. Es war noch zu Zeiten des alten Kaisers. Der reiselustige Beherrscher von Persien hatte die Reichshauptstadt mit seinem Besuche beehrt und, um ihn zu feiern, fand im Weißen Saale des Schlosses eine große Galatafel statt. Der Weiße Saal glänzte damals noch nicht in der blendenden Helle der elektrischen Kronen. Aber die vielen Hunderte von Wachskerzen, die auf den Lüstern flammten, erhöhten doch den vornehmen Eindruck des Ganzen und tauchten den Plafond des riesigen Prunkraumes in ein Meer von rosigem Lichte, das dem Auge wohltat, wenn man den vom Farbenflimmer ringsum müde gewordenen Blick erhob. An der Tafel der Majestäten reihte sich Fürstlichkeit an Fürstlichkeit mit den Trägern berühmter Namen. Da sah man die Siegfriedserscheinung des Kronprinzen, noch stolz, kraftvoll und unberührt von dem Gifthauche jener dämonischen Krankheit, der er erliegen sollte, als

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