Chapter

Einleitung

»Aus dem Taschenbuch eines Ingenieurs« – das klingt vielen gewiß kaum verlockend. Der eine denkt an Tabellen und Formeln, an Logarithmen und ähnliche unfrohe Dinge, mit denen er sich auf der Schulbank so weidlich herumplagen mußte, der andere hört aus der Ferne Maschinen surren, Dampfpfeifen schrillen und Sprengschüsse krachen, sieht mühsam errechnete Eisengerüste zum Himmel steigen und mächtige Brückenbogen sich spannen. Das eine sowohl wie das andere aber bedingt, wie man glaubt, ein gewisses Verständnis, sofern sich die feierlich-kühle Bewunderung in lebendige Teilnahme umwandeln soll. Man kann sich nicht leicht eine falschere Vorstellung machen von dem, was Max Eyth in sein »Taschenbuch« eintrug. Er liebte das Leben, wie dieses ihn, und er pries bis ans Ende das gütige Schicksal, das ihn von Zeit zu Zeit über Länder und Ozeane hinausschleuderte, als ob er »auf einer Dynamitbombe säße«, und das ihn die Wunder der Welt wie nur wenige Sterbliche schauen ließ. Ach nein, dieser Eyth, wenn er schrieb, war durchaus nicht geneigt, sich die Welt und das Leben durch trockene Formeln und Rechenexempel vergrämen zu lassen. Er war Ingenieur und war Dichter in einem – Ingenieur, wie es viele, und Dichter und Schriftsteller, wie es nur wenige gibt. Als Fachmann war er ein kühler, berechnender Kopf, den ein rastloser Tatendrang spornte, als Dichter dagegen ein Kind seiner sonnigen

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