Chapter

Der General und sein Schreiber

Seine Exzellenz der Herr General Peter von Blankensee befand sich an einem Julitage des Jahres 1718 in heftiger Aufregung; mit großen Schritten durchmaß er sein Zimmer und wiederholt stieß er derbe Soldatenflüche aus. Es war ihm aber auch eine Überraschung geworden, wie er sie sich nicht hatte träumen lassen. Um von Zeit zu Zeit von den Strapazen, die sein Amt mit sich brachten, mit allem Behagen ausruhen zu können, hatte er sich in der Nähe von Berlin, hinter dem Tiergarten, ein Landhaus bauen und einen schattigen Garten anlegen lassen und sich in diesem »Sommerkantonnement«, wie er es scherzweise nannte, immer sehr wohl befunden. Auch gestern war er wieder einmal, in der Absicht, etwa acht Tage dort zu weilen, mit seiner Tochter Marie, seinem Schreiber Lorenz und seinem Kutscher Johann dahin übergesiedelt, mußte nun aber zu seinem Ingrimme sehen, daß ihm die Laune zu behaglichem Genuß gründlich versalzen worden war, und zwar durch seine eigene Tochter Marie und seinen Schreiber Lorenz. Denn als er heute nachmittag, da ihm ein Schläfchen nicht hatte behagen wollen, in den Garten gestiegen war, um ein wenig zu promenieren, hatte er seine Tochter mit dem Lorenz in einem höchst vertraulichen Gespräche betroffen. Seine Tochter Marie von Blankensee mit dem armseligen Burschen, den er seinerzeit nur aus Gnade und Barmherzigkeit in Lohn und Brot genommen! Bombenelement, das war denn

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