Zwergenmuetzchen
Es war einmal ein Müller, der hatte drei Söhne und eine Tochter. Die Tochter liebte er sehr, aber die Söhne konnte er gar nicht leiden, war stets unzufrieden mit ihnen und machte ihnen das Leben sauer; denn sie konnten ihm nie etwas recht machen. Darüber waren die Brüder sehr bekümmert und wünschten sich weit weg von ihrem Vaterhause und saßen oft beisammen, klagend und seufzend, und wußten nicht, was sie anfangen sollten.
Eines Tages, als die drei Brüder auch so betrübt beisammen saßen, seufzte der eine von ihnen: „Ach, hätten wir nur ein Zwergenmützchen, da wäre uns allen geholfen.“
„Was ist’s damit?“ fragte der eine von den beiden anderen Brüdern.
„Die Zwerge, die in den grünen Bergen wohnen,“ erläuterte der Bruder, „haben Mützchen, die man auch Nebelkäpplein nennt, und damit kann man sich unsichtbar machen, wenn man sie selbst aufsetzt. Das ist gar eine schöne Sache, liebe Brüder; da kann man den Leuten aus dem Wege gehen, die nichts von einem wissen wollen, und von denen man nie ein gutes Wort empfängt. Man kann hingehen wohin man will, nehmen was man will; niemand sieht einen, solange man mit dem Zwergenmützchen bedenkt ist.“
„Aber wie gewinnt man solch ein rares Mützchen?“ fragte der dritte und jüngste der Brüder.
„Die Zwerge,“ antwortete der älteste „sind ein kleines, drolliges Völklein, das gern spielt. Da macht es ihnen große Freude, bisweilen ihre Mützchen in
