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Die Sage vom Untersberg

Von A. A. L. Follen. – Der Untersberg bei Berchtesgaden, auf Bayerns und Österreichs Grenzscheide, ist gleich dem Kyffhäuser ein wahrer Königspalast der Sage. Nun höret Wunder sagen Vom tiefen Untersberg: Ihn hat in Heldentagen Gehöhlt ein wild Gezwerg; Der Wölbung Breit' und Länge Ist mächtig ausgespannt, Und gehn zwölf Geistergänge Hinauf ins deutsche Land. Auf unterird'schen Matten Dort atmet fremde Luft, Wo nie getrübt sich hatten Der Blumen Licht und Duft; Dort stehn zwei reiche Bronnen In Marmel wohlgetan, Die treiben recht mit Wonnen Tausprudel himmelan. Zur Rechten draus und Linken In tiefem Wiesengrün Die Blumen sieht man trinken Und mannigfach erblühn: Bis beide Flüss' im Strome Zum Marmelbecken gehn Und vor dem goldnen Dome Als Silberspiegel stehn. Dem Dom genüber spiegelt Vier Riesen diese Flut, Die Arme sind versiegelt, Ihr Stolz gelähmte Wut; Es ruht ihr demantsteinern Arm-, Brustund Nackenband In eines viermal kleinern Gekrönten Helden Hand. Dringt unsre Sonne nimmer Ins unterird'sche Haus, Doch geht ein Heil'genschimmer Von Domes Kuppel aus; Empor zwei Türme schießen Von buntem Edelstein, Und ihre Blumen sprießen Und sonnen sich im Schein. Zwei Säulenbündel tragen Die Heil'gen ob dem Tor, Und stehn ins Kreuz geschlagen Zwei Kreuzesschwerter vor; Das ein' ist diamanten, Das ander' ist Rubin, Smaragdund Saphirkanten Die Griff' und Knäuf' umziehn. Hoch donnernd und

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