Chapter

Zankteufelchen

»Schscht – Kinder, könnt ihr denn keine Ruhe halten, was ist denn bloß schon wieder los, das ist ja ein Lärm und ein Geplärr – – –« »Muttchen – das Zankteufelchen – – –« »Mutti – der Neinerich und der Weinerich hat immer – – –« »Nein, Muttel, sie fängt jedesmal an. Erst hat sie die Kleinen verwichst, und dann hat sie mir meine ganzen Soldaten geköpft, und ich wollte doch gar nicht französische Relution spielen – sieh nur, alle meine schönen Soldaten! Dem siebenjährigen Heinz liefen die blanken Tränen der Empörung über das frische Jungengesicht. Mit kriegerisch geballten Fäusten ging er von neuem auf die größere Schwester los. Die hielt es doch für geratener, sich hinter Kurtchens Kinderstühlchen zu verschanzen. »Hach – ein Junge petzt – pfui – so 'ne Petze – und was hast du getan?« begann sie aus ihrer Sicherheit heraus den Kleinen schon wieder zu reizen. »Ich – ich wollt' halt bloß mit ihren Puppen auch 'ne Relution machen, und das will sie nu abselut nicht erlauben,« Heinz stand mit allen Fremdworten ebenso auf Kriegsfuß wie mit Schwester Liselotte. »Herrgott, wer kann denn bei dem Radau Lateinisch lernen!« Bruder Norbert, der älteste, der unbekümmert um das ihn umtosende Kindergeschrei mit in die Ohren gestopften Zeigefingern seine Lektion hergesagt, begehrte jetzt auch auf. »Kinder – Kinder – was soll bloß daraus werden, wenn ihr euch so schlecht vertragt. Liselotte, du

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