Kapitel I
Er kam mitten im Dickicht zur Welt, in einer jener kleinen, verborgenen Stuben des Waldes, die scheinbar nach allen Seiten offenstehen, die aber doch von allen Seiten umschirmt sind. Es war denn auch nur wenig Platz da, knapp genug für ihn und seine Mutter. Hier stand er nun, schwankte bedenklich auf seinen dünnen Beinen, blickte mit trüben Augen, die nichts sahen, blöd vor sich hin, ließ den Kopf hängen, zitterte sehr und war noch ganz betäubt. »Was für ein schönes Kind!« rief die Elster. Sie war herbeigeflogen, angelockt durch das röchelnde Stöhnen, das die Wehen der Mutter entpreßt hatten. Nun saß die Elster auf einem Ast in der Nähe. »Was für ein schönes Kind!« rief sie jetzt. Sie bekam keine Antwort und sprach eifrig weiter. »Wie erstaunlich, daß es gleich stehen und gehen kann! Wie interessant! Ich habe das noch nie in meinem Leben gesehen. Nun freilich, ich bin ja noch jung, erst seit einem Jahr aus dem Nest, wie Sie vielleicht wissen werden. Aber ich finde es wunderbar. So ein Kind ... kommt in dieser Sekunde zur Welt und kann gleich auf den Beinen stehen. Ich finde es vornehm. Ich finde überhaupt, daß alles bei euch Rehen sehr vornehm ist. Kann es auch gleich laufen ...?« »Gewiß«, entgegnete die Mutter leise. »Aber Sie müssen entschuldigen, wenn ich jetzt nicht imstande bin, ein Gespräch zu führen. Ich habe jetzt sehr viel zu tun ... außerdem fühle ich mich noch ein