Ballinger hat seine eigene Methode
John Ballinger versuchte krampfhaft, einen Entschluß zu fassen. Er saß im Vestibül des Townclub, verbrauchte ein Päckchen Zigaretten nach dem anderen und überlegte. Es war eine heiße Augustnacht, und der große Raum war völlig verödet. Die Seidenschirme der Tischlampen auf den langen Eichentafeln schwammen in der Sanftheit des eigenen Lichtkreises. In steifer Korrektheit standen die roten Ledersessel auf ihren vorgeschriebenen Plätzen; an der Wand hingen unbenutzt und ungestört die letzten Ausgaben der Abendzeitungen. Statt frischer Luft kam nur heißer Asphaltdunst und schwaches Lautgebrodel durch die weitaufgerissenen Fenster herein. Von unten, wo zwei Stockwerke tiefer die 46. Straße lag. Ballinger, groß, schlank, ja fast hager, unterbrach seinen Zigarettenkonsum nur durch gelegentliches Abreiben seines Gesichtes mit einem fast schon feuchten Seidentuch. Dann kam wieder die nächste Zigarette, dann starrte er wieder verloren auf die im Dunkel sich dehnende Wand. Immer nasser wurde das Taschentuch, immer kleiner der Zigarettenvorrat. Und immer noch hatte sich John Ballinger zu keinem Entschluß durchgerungen. Dabei war es ihm ganz und gar nicht ungewohnt, schnelle und endgültige Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil, jahrelang – um die Zeit, als er seine Laufbahn als Graphologe begonnen hatte – war die Fähigkeit zu einer sicheren und verantwortlichen Entscheidung Hauptfaktor