Chapter

Einklang

Langsam durch die Abendschatten reitet Hoch auf weißem Roß ein schlanker Jüngling, Reitet leisen Hufes durch die Wälder Aufwärts nach der birkenhellen Lichtung. Dort, im letzten Flammenschein der Sonne, Springt er nieder von des Rosses Rücken In den Rasen bei dem schmalen Bache, Und mit seinen Händen streift er leise Ueber die noch toten Birkenzweige, Ueber die noch winterstarre Rinde, Beugt sich nieder dann zum blassen Boden, In die Knie sinkend und mit warmem Hauche flüsternd zu den schwanken Halmen: »Wachet auf aus eurem langen Schlafe! Frühling segnet neu die alte Erde, Und die Stunde kam des lichten Wunders.« Aber wie er langsam weiterreitet Hoch und hell im schattenstillen Walde, Heben leis die Zweige an zu zittern, Recken sich empor die schwachen Gräser, Und es wird ein Flüstern und ein Fragen Und es wird ein tausendfaches Singen, Wo er immer streift mit seinen Händen; Und wo seines Rosses Huf getreten, Schwebt an schwankem Halm ein Silberglöcklein, Schwingt im Wind und sendet sein Geläute Durch den Abend über Hang und Hügel. – 7 Frühlingsnacht entsteigt den schmalen Tälern, Erste Nacht von sieben heiligen Nächten, Und ihr weicher, faltenreicher Mantel Decket schon das weite Land der Tiefe, Löschet leis der Flüsse glühend Funkeln, Bauschet sich empor an allen Halden, Mächtig wachsend Meer der grauen Stille, – Aber hoch wie brennende Gemäuer Aus dem Dunkel ragen die

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