VII.
Rasch erweiterte und befestigte der Frühling seine Herrschaft, ließ erkennen, sein Trachten ziele dahin, sich selbst in ein prangendes Krönungsgewand zu kleiden. Aus Gold und Blau wob er's und bestickte es rastlos mit vielfarbigen Blütensternen, schlang den Wald als hellleuchtenden Smaragdgürtel drumher. Und alles gehorchte ihm nicht nur, sondern kam bereitwillig seinem Geheiß entgegen, allein über die Heide schien er keine Macht zu besitzen. Sie weigerte sich gleichgültig-trotzig, zu seinem Schmuck beizutragen, blieb unverändert, lag da wie ein winterlich fahlbrauner Saum seines Prachtmantels. Wenigstens für den drüber hingehenden Blick; im verborgenen mochte sie dennoch gleichfalls dem großen Willen nicht Widerstand leisten können, unmerklich, ohne es selbst zu wissen, sich zum Ansetzen von Knospen für die Hochsommerzeit bereiten. Doch wenn's so geschah, entzog es sich jeder Wahrnehmung, Tag um Tag ging und ließ keinen Unterschied an ihrem Bilde erkennen. Zwischen dem dürren Heidekraut aber suchte täglich Zea Hollesen ihren alten Lieblingsplatz auf. Ins Freie hinaus zog und trieb sie die köstliche Frühlingsluft, wie's die Wiederkehr jedes Sommerbeginns ihr getan. Doch war's in diesem Jahr anders als sonst, Tilmar begleitete sie nicht, mindestens nicht auf weiterem Gang, nur ab und zu im nahen, allen Augen sichtbaren Umkreis des Dorfes. Das hielt er für besser, und sie folgte