Chapter

Gaselen

Aus Saadi's Diwan Übersetzt von Friedrich Rückert Ehrenwirth München 1988 1 Seht, Saadi, aufrecht ging er weg und kommt gebückt nun wieder. Der Mufti der Verliebten Zunft, was will er hier tun wieder? 2 Glaub nicht, daß die Verwirrung er geräumt hat aus dem Haupte, Daß Irresein und Trunkenheit Besinnung ihm erlaubte. 3 Das außer sich geratne Herz und das Gemüt im Brause Sind noch auf Reisen außerwärts, und nur der Leib zu Hause. 4 Er reiste Jahrlang, ob Verstand und Ruh er etwa lerne, Was lernt er denn? verstörter als er war, kehrt er von ferne. 5 Seht den Verstand! vorm Gießbach hier wollt' er sein Herz bewahren. Durchzog die Welt, und kehrt zurück zum Wirbel der Gefahren. 6 Du siehst daraus, im Herzen stand ihm fest der Punkt der Mitte, Daß er sich wie der Zirkel schwang und heimbog seine Schritte. 7 Ach wie er nach dem Anblick sich der teuren Freunde sehnte, Daß von der Leber angebrannt des Lebens Flut er wähnte! 8 Die Liebesrose satt vom Tau wächst nur auf Schiras Auen, Drum ist der Sänger Nachtigall nun wieder hier zu schauen. 9 Zurückgekehrt von Syrien nach Schiras kam er so Wie ChosroChosru: Chosru Parwis war der letzte große Kaiser der Perser. Die Geschichte seiner Regierung steigerte man ins Fabelhafte und Wunderbare. Thema in Nizami's (gest. 1191 n. Chr.) romantischem Epos »Chosru und Schirin« ist die Verbreitung des Geheimnisses: »man darf lieben, aber den Namen

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