Kapitel 1
Grüß Gott! – klang es; und eine neue Gesellschaft trat in die Dreizinnenhütte. »Grüß Gott!« antworteten die schon Anwesenden, die an den beiden Tischen in der kleinen Stube sahen und ihr Abendbrot verzehrten. Die Neueingetretenen – zwei Herren und eine Dame – zögerten einen Augenblick und sahen sich um. Sie mußten sich erst an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnen, denn draußen war schon Dämmerung eingebrochen, und in der Hütte brannte die Lampe, ihre kargen Strahlen durch dichten Tabaksrauch werfend, der den Raum erfüllte. Die drei suchten nach einem Platz am Tisch. Professor Hallbauer, der größere der beiden Herren, ein riesiger, kräftiger, breiter Mann mit ein paar auffallend glänzenden, schwarzen Augen, die unter der goldenen Brille blitzten, nahm seinen schweren Führerpickel zugleich mit dem leichten seiner Frau und stellte sie in die Ecke; den vollgepackten Rucksack hing er dazu: »Dörstling, gib deinen Rucksack her, nein, nein, hier...« Der andere, einen Kopf kleiner, ein zarter, weicher Mann mit schönen, feinen Zügen, die etwas Weibliches hatten trotz des Schnurrbartes und des modisch spitz geschnittenen am Kinn, reichte dem Professor den langen Bergstock, mit dem er gegangen, und einen ganz neuen, schmächtigen Rucksack. Es wurde zu den übrigen Sachen getan. Der Professor machte eine kurze Handbewegung auf die eine Tischecke, und an der bezeichneten Stelle nahmen