Aus Forst und Flur
Im Bruche klingt eine neue Stimme. Bisher hatte der Birkhahn das große Wort; wenn die Nacht noch auf den Wiesen lag, trommelte und blies er schon, und wenn die Sonne hinter den schwarzen Kiefernwäldern verschwand, war er wieder auf seinem Balzplatze, tanzte und sprang und zischte und tollerte. Tot lag das Bruch noch, die Wiesen waren noch kahl, und allmählich hing der Reif in dem Ried. Die Silberkätzchen der Weidenbüsche werden zu blankem Golde, an den Gräben schießt das junge Ried empor, die Blütenknospen der Gagelbüsche dehnen sich, der Bach begrünt sich mit Wasserstern. Da klingt das neue Lied über das Bruch. Ein Flöten ist es, weich und rund, ein Trillern ist es, laut und hell, klingt jauchzend und jubelnd, jammernd und klagend, schwillt an und erlischt, ist hoch oben in der Luft und klingt unten von der Erde, verhallt in wehmütigem Gewimmer und erhebt sich wieder zu gellendem Gejubel. Ein großer, langflügliger Vogel schwebt über den fahlen Wiesen, kreist in schönem Bogen, wiegt sich in anmutigem Fluge. Wie Silber blitzt er in der Sonne; nun dreht er sich und leuchtet wie Gold, kommt in den Wolkenschatten und wird zum schwarzen Kreuz und steht auf der Wiese als brauner Pfahl. Hochbeinig und langhalsig ist er, und sein langer Schnabel ist schön gebogen. Stolz blickt er um sich, und vorsichtig späht er umher, ob der Habicht nicht um die von gelbem Rohr umsäumten braunen