Chapter

Aus der Tiefe

Gott hilf mir; denn das Wasser geht mir bis an die Seele. Ich versinke im tiefen Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersäufen. Ps. 69, 2. 3. Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig. Ps. 38, 7. Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten. Ps. 25, 17. Der HErr hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HErr an. Ps. 6, 10. Wo der HErr mir nicht hülfe, so läge meine Seele schier in der Stille. Ps. 94, 17. Jedes Herz kennt die Bitterkeit, die es zu tragen hat; jede Seele hat ihr eigenes Leid; ja eines jeden Menschen Leben hat seine dunklen Tage voll Sturm und Unwetter, wo es ist, als würden seine Freuden wie von einer Windsbraut des Unglücks fortgeweht; das Licht seiner Augen ist von ihm genommen, alle seine Hoffnungen, Pläne, alles, worauf sein Denken und Freuen sich gerichtet, ist verhüllt wie in dichten Nebel, daß er den Weg nicht mehr vor sich sieht, und nicht weiß, wohin gehen, wohin fliehen, wo Hilfe finden. Ja auch der Glaube an Gott will in solchen dunklen Augenblicken in ihm zusammenbrechen; er fühlt weder Kraft noch Mut und weiß nicht welchen Entschluß fassen, was thun, was glauben, woran hangen; es ist, als wanke die Erde unter seinen Füßen und als brächen die Ströme der Tiefe auf. Wenn solcher Tag kommt, dann denke er an Gottes Bund mit seinen Menschenkindern und fasse sich ein Herz. Ist der

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