Chapter

Aus den Saiten einer Baßgeige

In unseren schönen Thälern von Valsassina wird selten jemand krank; die Männer arbeiten in den Meiereien, die Frauen auf dem Felde, die Kinder klettern mit den Kühen auf die Berge; alle führen ein ruhiges Leben, sind mit ihrer Lage zufrieden, die sie nach und nach verbessern, ohne sich allzu sehr abzumühen; sie trinken die warme Milch ihrer Herden und das frische Wasser, welches sich schon von weitem durch das Geräusch der Kaskaden und der Bäche ankündigt, wenig Wein und gar keinen Branntwein. So wachsen sie kräftig auf, leben lange und geben dem Bezirksarzt nicht viel zu thun. Dennoch befand ich mich als solcher ganz wohl in Pasturo und kann an jene Zeit nicht zurückdenken, ohne daß sich vor meinen Augen der friedliche Horizont von Valsassina aufthut und mir die Versuchung kommt, dort meine Tage zu beschließen. Um ihr zu widerstehen, bedenke ich, daß ich damals jung war und jetzt nicht mehr dazu aufgelegt sein würde, meinem Häuschen auf Stunden den Rücken zu kehren, einzig um es aus einer Höhe von sieben- bis achthundert Meter zu betrachten. Auch daran denke ich, daß mir auf dem Heimwege nicht meine Mariuccia mit unseren Kleinen an der Hand entgegenkommen würde, weil unsere Kleinen jetzt Frauen sind und selbst Kinder haben, und ihre arme Mutter auf dem kleinen Kirchhof von Pasturo schläft. Ich würde nicht einmal mehr meinen jungen Freund Orazio mit seinen

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