Aus den Papieren eines Wanderkopfes
Ums rotdächrige Dorf eine Schwarzdornhecke. Wie eine Schar kriechender Landwehrmänner sieht die Schwarzdornhecke aus. Griesgrämig, alt, geizig, treu; lauter wackere Familienväter. Und die Landwehrmänner haben stechende Spieße. Kommt der Frühling wie ein lustiger Unteroffizier, lacht die Landwehrmänner an und kleidet sie neu ein. Er setzt ihnen grüne Mützen auf. Zieht ihnen grüne Hosen an. Gibt ihnen leuchtend weiße Waffenröcke. Manche kriegen sogar Tabakspfeifen. Die Gruppe an der Spitze namentlich hat richtige Tabakspfeifen. Die müssen ja auch gegen den Wind marschieren. Und wenn der angeblasen kommt, der Frühlingswind, dann steigt ein gelber Blütenstaubrauch aus den Stummelpfeifen auf. Die Landwehrmänner lärmen und piepsen vor Freude und schnurren. Der Frühling hat ihnen nämlich auch Sperlinge unter die Mützen gesetzt und Ammern. O, guter Frühling, du! Ein Admiral segelt prächtig prüfend an den Landwehrmännern vorüber. Bei den Landwehrmännern ist es nämlich ganz egal, von wem sie besichtigt werden. Ob es nun ein Admiral ist oder ein General. Im Frühling kommt eben ein Admiral, der sieht nicht so aufdringlich aus. Aber die Landwehrmänner stehen stramm und mucken nicht. Der Admiral fliegt weiter. Und die Schwarzdornhecke hinkt und singt und marschiert lustig ums Dorf. O, guter Frühling, du! Die Wegweiser habe ich nicht befragt, diese kalten, eisernen Wegweiser. Über die Maas