Chapter

Aus den Papieren eines Pechvogels

Ja, ich bin ein Pechvogel! Meine Stiefeln drücken mich; meine Rasirmesser schneiden nicht und an meinen Röcken platzen mir alle Näthe. Wohin ich gehe, finde ich Steine des Anstoßes, und wo zufällig keine Steine des Anstoßes liegen, stolpere ich gewöhnlich über meine eigenen Füße. Wenn ich, bloß um mir die Zeit zu vertreiben, aufs Papier kritzle, so sollte man meinen, die Buchstaben wären von dem ausgezeichnetsten Kalligraphen hingemalt; sobald es aber darauf ankommt, schön zu schreiben, verschwört sich Alles gegen mich. Das Papier fließt; die Tinte ist zu blaß; die Feder schreibt entweder zu dick oder zu dünn, und wenn der Brief fertig ist, sieht er so hieroglyphenartig aus, als ob ihn der egyptische König Psammenit geschrieben hätte. Wenn ich allein bin, hab’ ich die herrlichsten und geistreichsten Einfälle. Ich bin pikant und witzig, so lange ich mich einzig und allein mit mir unterhalte; in Gesellschaft aber, oder einer liebenswürdigen Dame gegenüber, wo jeder gebildete Mensch doch unstreitig am geistreichsten und witzigsten sein sollte, fällt mir nicht allein nichts Vernünftiges ein, sondern es kommen mir noch lauter Albernheiten auf die Zunge. Alles Verbindliche, das ich sagen will, verwandelt sich in eine Unhöflichkeit; jedes Kompliment, das ich machen will, verwandelt sich in eine Anzüglichkeit; ja, ich, der ich doch Philologie studirt habe, mache bei solchen

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