Der Deutsche
Wie ich euch bereits gesagt habe, stamme ich aus Draschna, versteht ihr, aus Draschna. Draschna ist ein Städtchen im Gouvernement Podolien, ein ganz kleines Städtchen. Heute ist Draschna – man kann sagen – schon eine ansehnliche Stadt mit Eisenbahn und Bahnhofsgebäude ... Als Draschna Eisenbahnstation wurde, hat uns die ganze Welt beneidet. Eisenbahn – Kleinigkeit! ... Man glaubte, es würde eine Goldgrube werden, man würde das Gold mit vollen Händen schöpfen, man würde einfach glücklich werden! Juden kamen aus den Dörfern in die Stadt gefahren, die Hausbesitzer begannen ihre Häuser umzubauen, neue Läden einzurichten, die Fleischsteuer wurde erhöht, und man dachte bereits daran, einen neuen Schächter zu nehmen, ein neues Bethaus zu bauen und ein Stück Feld zu kaufen, um einen neuen Friedhof anzulegen, – es herrschte Jubel und Freude! Es war ja auch Grund genug, sich zu freuen! Man bekam die Eisenbahn, eine Bahnhofsstation und ein Bahnhofsgebäude. Im Anfang lehnten sich die Kutscher auf und waren mit dieser Neuerung sehr unzufrieden. Aber wer fragt nach ihnen? Das Geleise wurde gelegt, Waggons wurden herbeigeschafft, ein Bahnhofsgebäude errichtet, eine Signalglocke angebracht und ein großes Schild mit der Aufschrift »Draschna« ... Nun mach einer was! Als die Eisenbahn in Gang gebracht wurde, sagte meine Frau zu mir: »Was gedenkst du zu tun, Jojnele?« »Was soll ich tun?« erwiderte