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Ein Blatt auf Vronys Grab

Als ich in den Septembertagen von den Bergen nach der Stadt zurückkehrte, war mein erster Gang hinaus nach dem Krankenhause vor der Stadt, wie auch vor der Abreise das mein letzter Gang gewesen war. Schon an der Pforte trat mir die wohlbekannte Diakonissin entgegen und nach der nahegelegenen Kirche hinweisend, sagte sie: »Sie schläft schon drüben.« Ich fragte nach der Nummer des Grabes; ich wußte, daß dieses Grab von keiner Hand der Liebe geschmückt oder auch nur bezeichnet worden war, und ging nach dem Gottesacker hinüber. Da lag die friedliche Stätte. Die Abendsonne warf ihre letzten Strahlen auf den grünen Grabhügel, und drüben leuchteten die Schneeberge wie ehemals, da sie mit mir in der Abendsonne über die Hügel streifte, die nun zur Ruhe gegangen war. Wie lag damals das Erdenleben so reich vor uns, so weit und voll unbekannter Herrlichkeit! – Konnten so viele Jahre vergangen sein seit jener Zeit? Mir war, als hörte ich die wohllautende Stimme, die nun verklungen, mir noch einmal die Worte singen: »Warte nur, balde Ruhest du auch!« Auf deinem Grabe steht kein Kreuz, und niemand kennt hier deinen Namen; aber für mich knüpfen sich reiche Erinnerungen daran. Ich will ein Blatt auf dein Grab legen; vielleicht liest es einer und freut sich dann mit mir, daß du nun gefunden: »Zur Ruh' ein Bettlein in der Erd'.« Es steht ein altes Haus neben der kleinen weißen Kirche des

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