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Aus dem Leben eines Unglücklichen

Seit Jahr und Tag bringe ich meine dienstfreie Zeit außerhalb der Stadt Freiburg zu. In einem ehemaligen Karthäuserkloster, jetzt städtisches Armenhaus, am Walde gelegen, mit herzerhebender Aussicht ins tannenumgrenzte Dreisamtal, habe ich mir eine stille Klause angelegt, in der ich ausruhe, sinne und spinne. An schönen Tagen verlasse ich diese Klause und steige hinab ins grüne Tal, wandle langsam an Bach und Wiese einige Zeit aus und ab und kehre dann mehr oder weniger stillvergnügt wieder in meine Zelle zurück. So geschah es auch an einem warmen Frühlings-Nachmittag des Jahres 1898. Die Sonne lachte über Berg und Tal, die Drosseln jubelten in den Föhren, die Bienlein summten an den blühenden Stauden am Bache hin, und aus den Matten streckten die ersten Blumen lebensfroh ihre Kelche dem erweckenden Lichte entgegen. Zwischen Fluß und Bächlein ließ ich mich inmitten des grünen Wiesengrundes auf einer »Stellfalle«, welche die Bewässerung der Wiesen reguliert, nieder, um auszuruhen. Da lag vor mir in dem trockenen Wassergraben ein alter, abgenutzter Besen aus Birkenreisern. Kaum hatte derselbe bemerkt, daß ich einige Sekunden auf ihn niedersah, als er in meinem Geiste also zu reden anfing: Du alter Kulturfeind kommst mir gerade recht. Schon öfters sah ich dich vorüberwandeln und hätte gern mit dir gesprochen. Ich bin auch einer von denen, welche die Kultur der Menschen unglücklich

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