Einleitung von Fritz Droop
Peter Hille. Wie ein Prophet aus vergangenen Tagen sah er aus, ein Germane mit wallendem Haar und flammendem Barte: Peter Hille, der Philosoph des Schönen, der Bekenner zu ewiger Jugend und beseligender Kindlichkeit. Ein ruhiges, weltüberhobenes Auge gab den bleichen Zügen etwas Feierliches, Hohes. Freimütig wie das klare Antlitz des Himmels war sein Blick; es war Gesundheit darin und ferne Weite, ein stilles Jubeln wie ein schöner Maientag. Am 11. September 1854 hatte Peter Hille zu Erwitzen i. W. das Licht der Welt erblickt. Hier verlebte er seine Kindheit, und der Wald war sein liebster Aufenthalt. Dorthin schlich er manche Stunde, und selbst das Gebot der Schule konnte nicht seiner Sehnsucht wehren, wenn des Waldes Rauschen oder der Vögel Lied ihn rief. In einer Selbstbiographie sagt er: »Ich verlebte eine einzige Kindheit auf dem Lande, machte in eigenwillig verlängerten Ferien und flunkerweis ausgefallenen Stunden viel Gänge in den Wald und war stolz, wenn ich nach Anweisung meines Vaters, des Rentmeisters Friedrich Hille, mit Rötel Nummern an die Braken und Klafter schreiben durfte oder eben mal hinlief, um zu sehen, welche Nummer drüben an dem Holzhaufen stand. Auch die vornehme Freiheit des adligen Landlebens lernte ich im Umgange mit den Schloßkindern schätzen. Geschäftsreisen meines Vaters in der Kutsche oder im Ponywagen brachten mich in die Weserstadt Höxter, mit