Chapter

Erstes Buch

Das Geschlecht der Byge reicht bis in die graue Urzeit zurück. Es ist ein Bauerngeschlecht, aber von jener alten nordschleswigschen Rasse, die nie Leibeigenschaft und Pacht gekannt hat. Seit undenkbaren Zeiten lebten sie als Herren auf eigenem Grund und Boden und gehorchten nur dem eigenen Willen. Es war Angelnblut, das zuerst in ihren Adern rollte. Es war Angelnblut, das auf den meilenweiten, flachen Wiesen graste. Aber sowohl das Blut des Geschlechtes wie das des Viehs wurde im Lauf der Zeiten mit anderem vermischt. Hanseaten kamen und trieben Handel und wurden auf dem fetten Boden ansässig. Kriegsleute, die mit fremden Kriegszügen gekommen waren, ließen sich im Lande nieder, als die trägen Zeiten des Friedens sie brotlos machten. Sie verdingten sich auf Höfen, rückten vom Knecht zum Schwiegersohn auf und vom Schwiegersohn zum Gutsherrn. Zähe, betriebsame Nordjüten kamen mit Herdenzügen von Pferden und Ochsen zum Verkauf. Auch sie blieben in dem fetten Weideland. Und es kamen Inselbewohner mit dünnem Blut und leichtem Sinn, der wie Wind und Flut wechselte. Da kam die Zeit, wo die Byges zahlreich und stark wurden und es mit dem Adel und mit feindlichen Mächten aufnahmen, das Band aber wurde gelöst, das das Geschlecht an das Meer und die fetten Wiesen geknüpft hatte. Neue Schößlinge zogen in die Städte, wurden Mitglieder des Rats, der Gilden und der Zünfte. Am Ende des

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