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Die medizinische Wissenschaft und was sie leistet

Es ist ein Irrtum, zu meinen, daß nur der Glaube, die Religion mit dem Zweifel einen dauernden Kampf zu führen hat. Auch die Wissenschaft kennt einen tief in der Menschenbrust wurzelnden Feind: den Skeptizismus. Was alles hat besonders die Medizin, diese Wissenschaft der großen Menschheitshoffnungen, schon an Spott und Witz über sich ergehen lassen müssen, ohne den absoluten Beweis ihrer Überlegenheit über alle zunftwidrigen Besserwisser offensichtlich so weit führen zu können, daß die Angriffe gegen sie in Literatur und Kunst, in Witzblatt und Pamphleten endgültig zum Schweigen gebracht worden wären! Vor einigen Jahren noch ging über die erste deutsche Bühne das vielbelachte Stück des kalten Spötters Bernhard Shaw: »Der Arzt am Scheidewege«, der kaum ein gutes Haar an uns bösen Priestern der Medizin gelassen hat. Und doch: wer möchte in den Stunden der Not, da Schmerz und Gefahr an unsere Seele pochen, nicht von Herzen wünschen, daß der Mann seines Vertrauens all das zu leisten imstande wäre, was man von seinem Können erhofft? Wir wollen an dieser Stelle einmal in aller Ruhe zu untersuchen uns bemühen, inwieweit die Medizin trotz aller Anfeindungen berechtigt ist, sich allen Sonderbestrebungen zum Trotz stolz als eine Erfüllerin großer Versprechungen, als eine Bewunderung und Achtung verdienende Spinnerin am Segen der Menschheit zu fühlen. Dabei können wir von vornherein

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