Beim Schmied in der Ruhl
Aufschreckt der Herr vor Tau und Tag: Klingt Speer und Schild? Schallt Schwerterschlag? Welch dumpf Gedröhn! – Durchs Fenster bricht Fahlblau das erste Morgenlicht. – »Landgraf, werde hart!« – Schwül war die Nacht und schwer der Traum. Sein Blick durchirrt den kahlen Raum – Hier lehnt der Jagdspieß, dort die Wehr, – Da dröhnt's aufs neue dumpf und schwer: – »Landgraf, werde hart!« – Und diesmal klang es laut und hell. Er springt vom harten Lager schnell, Indes der Hammer wieder sinkt, Und laut das gleiche Sprüchlein klingt: – »Landgraf, werde hart!« – Zur ruß'gen Schmiede tritt er ein, Wo angeloht vom Feuerschein Der bärt'ge Schmied mit starker Faust Den Hammer schwingt, der niedersaust. – »Landgraf, werde hart!« – Scheu streift den Herrn ein finstrer Blick Dann packt der Schmied das Eisenstück Und wirft's herum. Ungern fürwahr Herbergt er einen von der Schar! – »Landgraf, werde hart!« – »Sag', Mann, was willst du mit dem Spruch? Dein Schmiedesegen klingt wie Fluch!« Fest sieht der Schmied den Fremden an: »Merkt ihn, seid Ihr sein Jagdkumpan! – Landgraf, werde hart!« Hebt dräuend seinen Hammer drauf Und tut den Mund zur Klage auf; Des Landes Edle klagt er an Ums Leid, das sie dem Volk getan. – »Landgraf, werde hart!« – Daß Unrecht rings in Recht verkehrt, Und keiner war, der dem gewehrt. »Aufwuchs der Haß. In Halmen steht Die böse Saat, die ausgesäet, – Landgraf, werde hart! So