Erstes Kapitel
Leichte Streifen von schimmerndem Bunt unterbrechen da und dort das reiche Dunkel der kentischen Wälder. Der Herbst hat mit seinem rothen Finger leicht das Laub betupft, sparsam, rote der Künstler die hellern Tinten auf sein Gemälde aufsetzt; aber die Pracht einer zu Küste gehenden Angustsonne flammt über die friedliche Landschaft und entzündet alles zu strahlender Glorie. Die dunkeln Wälder und weiten sammtgleichen Wiesen, die stillen Weiher voll klaren Wassers, die schmucken Hecken und die glatten Wege, die sich durch die Fluren schlängeln; die wellenden Säume der Hügel, welche mit der violetten Ferne verschmolzen, Arbeiterhütten, die weiß herausblinken aus der umgebenden Blätterfülle; einsame Schenken am Wege mit ihren braunen Strohdächern und ihren Reihen hoher moosbewachsener Schornsteine; Edelsitze die sich hinter Jahrhunderte alten Eichen verstecken; Parkhäuschen im Cottage- und im Schweizerstile; säulengetragene Thore, welche steinerne Wappenschilder überragen und grüne Gehänge von buschigem Epheu umranken; Dorfkirchen und zierliche Schulhäuser — jeder einzelne Gegenstand der heitern englischen Landschaft schwimmt in leuchtendem Duft, wie die Schatten der Dämmerung langsam herangleiten aus den dichtern Winkeln im dunkeln Gehölze und in den Büschen am Wege und jeder Umriß des Bildes sich dämpft gegen das tiefer und tiefer erglühende Roth des Himmels. Auf der breiten