Die Wanderung der Bisons
Wieder einmal – wenngleich langsam zögernd, wie von unerklärlicher Furcht ergriffen – sammelten sich die höckrigen, zottigen Herden der Bisons zu ihrer von altersher gewohnten Wanderung nach Süden. Neue und schreckliche Feinde hatten sie in den letzten Jahren heimgesucht, ihre Reihen gelichtet und zerstreut, so daß auch in den schwerfälligen Gehirnen der grimmigsten alten Bullen der Zwang zur Vorsicht aufdämmerte. Bisher war die kolossale Horde gewohnt gewesen, auf einfache, gerade Weise mit ihren Gegnern fertig zu werden – mit vorgeneigten Stirnen war sie über sie hingedonnert, hingerollt, eine unwiderstehliche Flut furchtbarer Hufe, alles Leben zerstampfend. So hatten die Bisons gegen ihre alten Feinde siegreich gekämpft und sich vermehrt, bis die Ebene schwarz war von ihren wandernden Scharen. Aber gegen den neuen Feind – den weißen Mann, mit seinen Büchsen, seiner List, seiner Kaltblütigkeit und unersättlichen Habsucht – gegen ihn war ihre Taktik ein vernichtender Fehler gewesen. Je zahlreicher sie wurden, um so mächtiger war der Anreiz für den zügellosen Mörder. Und so waren sie vor ihm dahingeschmolzen. Langsam aber sicher hatte sich ein neuer Instinkt in ihren dumpfen Hirnen gebildet, der Instinkt, sich zu zerstreuen, die ausgetretenen Wechsel zu meiden und in abgelegeneren Tälern, an kleineren Flüssen Schutz zu suchen: dort, wohin der weiße Mann seinen Fuß noch nicht