Auf Skipalon
Es war am Vormittag des 24. Dezember auf meinem elterlichen Hofe Mödruvellir in Nord-Island. Ich saß in der kleinen Wohnstube und plauderte mit meinem kleinen Bruder Manni über Wind und Wetter und allerhand wichtige Dinge. Da auf einmal hörten wir von draußen her ein dumpfes Geräusch. Bum! Bum! Bum! dröhnte es an der Außentür des Hofes … »Ein Reisender!« rief Manni aus und klatschte vor Freude in die Hände. »Du hast recht, Manni«, sagte ich. »Es ist sicher ein Reisender, der angeklopft hat.« Es mußte in der Tat ein Fremder an den Hof gekommen sein, denn überall in Island ist es Brauch, daß ein fremder Gast sich durch drei kräftige Schläge mit seinem langen Reisestock an der hölzernen Giebelwand der Höfe nahe bei der Eingangstür anmeldet. Ich sprang auf und lief nach der Türe des anstoßenden Zimmers, wo meine Mutter und meine Schwester Bogga zusammensaßen, um ihnen das merkwürdige Ereignis zu melden. »Es ist ein Fremder da!« rief ich in das Zimmer hinein. »Ja, Nonni«, erwiderte meine Mutter, die schon aufgestanden war, »wir haben auch die Schläge gehört.« »Mutter«, bat ich, »darf ich nicht mit Manni hinauslaufen, um zu sehen, wer angekommen ist?« »Gewiß, Nonni«, antwortete freundlich die Mutter, »geht nur beide hinaus und führt den Gast in die Stube hinein. Ich werde ihn dort empfangen.« Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. »Manni«, rief ich meinem kleinen Bruder zu, »komm mit