Chapter

Erstes Kapitel

Nachdem man einen ganzen Tag hindurch auf der Eisenbahn gefahren ist, welche von Berlin nach dem Rheine führt, gelangt man Abends in das Residenzstädtchen Bückeburg und erblickt plötzlich eine waldige Hügelkette, welche gegen die öden Sandflächen von Hannover und von der Mark Brandenburg auf das Wohlthuendste absticht. Das Reich des Maschinenwesens, der städtischen Beengung, der schwarzgeräucherten Dampfschornsteine, der kränklich und ärmlich aussehenden Bevölkerung ist zu Ende, wenn man die Thore der kleinen Residenz verläßt und sich hier mitten auf der rothen Erde Westphalens, in einer kräftigen, lebenstrotzenden, echt deutschen Natur befindet. Prächtige Laubwälder auf sanft ansteigenden Höhen, fette Weide, üppige Getreidefelder und fruchtbeladene Obstbäume, wohin das Auge sich wendet, von der Tiefe der breiten Thäler bis hinan zu dem Rücken der Hügel; und das Alles so frisch, die Blätter der Bäume so saftgrün, so staublos glänzend, wie am ersten Schöpfungstage Bald steigend, bald fallend zieht sich die Straße die Weser entlang, bis zu der alterthümlichen Stadt Hameln hin, deren graue Häuser mit hochstämmigen Rosen umpflanzt, niedersehen auf das silbern sprudelnde Wehr des breiten, hier abgedämmten Flusses. Eine stattliche Kettenbrücke führt hinüber, ihr zur Seite liegen die Dampfböte, welche die Verbindung mit dem reichen Bremen besorgen. Jenseits der Brücke aber steigen die

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