Auf heiteren Pfaden
Auf sonnenhellem Wege Durch blühendes Gehege, Was Trauer da bedeuten soll? Und in der Lüfte Wehen Wirst du es leicht verstehen, Wie ist die Welt so freudenvoll! Auch in des Waldes Düster Meint wohl ein leis Geflüster, Was Trauer da bedeuten soll? Blick aufwärts durch die Zweige, Daß blaue Luft dir zeige Auch hier die Welt so freudenvoll! Ja, selbst wo Gräber ragen, Kannst immerhin du fragen, Was Trauer da bedeuten soll? Da lehrt dich neues Blühen Und Licht und Farbenglühen, Wie doch die Welt so freudenvoll! Zuletzt in deinem Herzen Frag' freundlich an in Scherzen, Was Trauer da bedeuten soll? Was rings um dich gewesen, Das wirst auch hier du lesen, Wie ist die Welt so freudenvoll! * Als ich Blatt für Blatt entfaltet, Längst vergilbt und längst veraltet, War es mir, als hört' ich weit Lieder aus der Kinderzeit. * Starr lag die Erde in Winters Gewalt, Er hielt sie mit eisigen Armen umkrallt; Im Herzen auch war es öd' und leer, Es keimten darin keine Blumen mehr, Keine duftigen Liebeslieder. Ich grüße dich, Lenz, der die Schläfer erweckt, Die Nebel zerstreut, so die Fluren bedeckt! Dein warmer Odem bringt Lebenslust; Er weckt auch das schlummernde Herz in der Brust. Die Gesänge erwachen wieder. * Ist's wirklich, oder täusch' ich mich? Ich glaube, mein Kind, ich liebe dich. Was frag' ich lang'? Es ist ja wahr; Ich seh's in deinen Augen klar. Mit blauer Schrift steht da geschrieben: