Chapter

Auf der Wildbahn - Jagdschilderungen

Jagdschilderungen Die Erlen, die das Bächlein begleiten, sind schon fast abgeblüht, und die Haselbüsche, die die Bergwiese einfassen, desgleichen. Die Zitterpappeln über ihnen aber strotzen von silbergrauen Troddeln und die Hainbuchen entfalten ein helles Kätzchen neben dem andern. Es könnte sein, daß heute die Schnepfe kommt. Schon dreimal habe ich hier gestanden. Zu Schusse kam ich nicht. Das Hoffen und Harren ist aber das beste beim Schnepfenstrich, und die stille Freude am neuen Leben, am Dufte des sprießenden Grases, am Geflatter der Nachwintermotten, am Aufbrechen der Vorfrühlingsblumen und am Gesang der wiedergekommenen Vögel. Die Schnepfe ist nur der Vorwand für mich; gäbe es weiter nichts als sie, so bliebe ich zu Hause, oder ich zöge erst zu Holze, fiele die Dämmerung über das Land. So aber bin ich schon früh hinaufgestiegen, habe den Staren zugeschaut, die in Haufen auf den Buchen sitzen und pfeifen und schwatzen, und den Finken zugehört, die in einem fort schlagen, mich über den ersten Zitronenfalter gefreut, der zwischen den grauen Buchenstämmen umherflatterte, und über die vier verliebten Eichkatzen, die einen sonderbaren Tanz vollführten. Den Wanderfalken sah ich über seiner Horstklippe schweben, die Krähe Nestreisig brechen, den Hasen die Häsin treiben, den Schwarzspecht an der Bruthöhle zimmern; so wurde mir die Zeit nicht lang. Auch jetzt, da ich unter dem

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