Auf der Wallfahrt
Wieder war ein Schächtelchen fertig. Der Loibacher löste das kleine, zierliche Ding aus der Drehbank, probierte noch einmal, ob sich der dünne Deckel auch richtig auf den Untersatz füge, und gesellte es dann zu den übrigen, die schon zu Dutzenden auf der Drehbank übereinandergeschichtet standen. Mit einer gewohnheitsmäßigen Bewegung wischte er sich den Holzstaub aus dem grauen Schnurrbart und von den furchigen Backen und schüttelte die krausen Späne von der blauen Leinenschürze. Aus einem vor Alter morschen Weidenkorbe nahm er ein kurzes, roh behauenes Stück weißen Ahornholzes und musterte die Übergänge mit einem wägenden Blick seiner dunklen, langsamen Augen, die, von zahllosen Fältchen umzogen, unter buschigen Brauen tief gebettet lagen. Achtsam spannte er das Holzstück zwischen die Bolzen der Drehbank und griff nach dem Hohleisen, dessen Schärfe er am Daumennagel prüfte. Mit einem Stoß des Handballens brachte er das große, von einem groben Eisenreif umschlossene Schwungrad in Bewegung. Dabei seufzte er tief auf, wie unter schwerer Sorge, und neigte den Kopf zur Seite, um durch das kleine, offene Stubenfenster besser nach der Hausbank sehen zu können. Geraume Zeit verweilten seine Blicke da draußen, bevor er sie, wieder seufzend, zurückwandte zu seiner Arbeit. Wehmütig nickte er vor sich hin, schob den Fuß über die auf- und niedersteigende Tretstange und setzte mit