Chapter

Kapitel I

Paul St. an Franz S. in Berlin An Bord Sr. Majestät Schleppdampfer »Adler« Nachts 12 Uhr Wenn Du, lieber Franz, über den fabelhaften Ort, von dem aus ich diesen Brief datire, einen gelinden Schrecken empfändest, und etwa meintest, ich sei schon auf dem Wege nach Amerika, so sollte mir das im Grunde genommen ganz recht sein. Einmal würde ich aus dieser Regung schließen können, daß Du meiner noch in alter Liebe gedenkst; und sodann, könntest Du Dich wundern, wenn die Hartnäckigkeit, mit der Du in Berlin auf unsrer Trennung bestandest, der Hohn, mit dem Du mir beim Abschiede die Flügel der Morgenröthe wünschtest, mich wirklich zu dem verzweifelten Entschlusse und bis an's äußerste Meer getrieben hätten? Oder wähnst Du etwa, ich würde Dich nicht verantwortlich machen für all' die Leiden, die ich in diesem Lande der Lothophagen und Zyklopen schon erduldet habe und noch erdulden werde? Könntest Du Dich beklagen, wenn ich von meinem Dulderrechte Gebrauch machte, und Dich in den Armen irgend einer Kalypso vergäße? Wer weiß, welche »Göttin oder auch Weib« die heilige Insel bewohnt, auf die mich Gustav morgen früh bringen wird, und die für einige Wochen meine Scheria sein soll? Lag nicht so etwas Geheimnisvolles, Heilverkündendes in seinem: Auf morgen also! mit dem er eben, leise gähnend, und das Licht mit der einen Hand schützend, durch die Thür der Cajüte verschwand? Und jetzt runzelst

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